W&I Verkäuferpolice

W&I ist M&A-Werkzeug, kein normaler Firmenversicherungsvertrag. Der Mehrwert entsteht in der Vertragsarchitektur.

W&I Verkäuferpolice für Unternehmen: Auf dieser Seite erfahren Sie, was der Versicherungs­schutz leistet, wer ihn benötigt, welche Schäden typischerweise versicherbar sind und worauf es bei der Vertrags­gestaltung besonders ankommt.

Was leistet dieser Versicherungs­schutz?

Die W&I Verkäuferpolice ist eine transaktionsbezogene Versicherung im M&A-Umfeld. Sie schützt den Verkäufer gegen finanzielle Folgen aus Ansprüchen wegen Verletzung von Garantien oder Freistellungen im Unternehmenskaufvertrag, soweit diese Risiken vertraglich und versicherungsseitig übernommen wurden.

Haftpflicht­versicherung bedeutet immer zweierlei: Prüfung der Haftungsfrage und im vereinbarten Umfang Freistellung von berechtigten Ansprüchen. Unberechtigte Forderungen werden abgewehrt; insoweit ist die Police zugleich passiver Rechtsschutz.

Wer benötigt diese Versicherung?

Verkäufer von Unternehmen oder Beteiligungen, Gesellschafter, Family Offices, Management-Teams und Transaktionsparteien, die ihre Resthaftung aus einem Share oder Asset Deal begrenzen wollen, kommen für diese Police in Betracht.

Was ist konkret versichert?

Versichert ist die Haftung des Verkäufers aus bestimmten Warranty- und Indemnity-Zusagen im SPA/APA nach Maßgabe der verhandelten Police.

Welche Gefahren und Schäden sind versicherbar?

  • Finanzielle Verluste des Verkäufers aus versicherten Garantieverletzungen
  • Bestimmte Steuerfreistellungen oder spezifische Freistellungen, wenn vereinbart
  • Abwehrkosten und versicherte Transaktionsnebenkosten im Rahmen der Police
  • Absicherung von Haftungsfreistellungskonzepten zur Clean-Exit-Struktur

Welche Gefahren und Schäden sind nicht versichert?

  • Bekannte Risiken, offengelegte Sachverhalte und Due-Diligence-Erkenntnisse, die vom Versicherer ausgenommen werden
  • Kaufpreis-, Earn-out- und Bewertungsstreitigkeiten ohne Garantieverletzung
  • Vorsätzliche Täuschung oder Betrug
  • Bestimmte zukunftsbezogene Aussagen, Covenant-Verletzungen oder nicht versicherbare Rechtsrisiken

Geltungsbereich der Versicherung?

Der Geltungsbereich folgt der konkreten Transaktion, dem anwendbaren Vertragsrecht und der verhandelten Police. Bei grenzüberschreitenden Deals sind Jurisdiktion, Steuerregime und Vollstreckungsfragen besonders relevant.

Bei internationalen Liefer- und Leistungsbeziehungen sind Export-, USA/Kanada-, Tochtergesellschafts-, Niederlassungs- und Gerichtsstandklauseln gesondert zu prüfen.

Wie wird die Versicherungs­summe ermittelt?

Die Höhe der Police richtet sich nach Unternehmenswert, Haftungskatalog, Verkäuferhaftung, Retention, De-minimis/ Basket-Regelungen und dem gewünschten Clean-Exit-Niveau. Es gibt keine sinnvolle Standardlösung von der Stange.

Welche Zahlungen werden im Schadenfall geleistet?

  • Freistellung des Verkäufers von versicherten Haftungsansprüchen aus dem Unternehmenskaufvertrag
  • Übernahme versicherter Verteidigungs- und Anspruchsabwehrkosten
  • Leistung bis zur transaktionsspezifisch vereinbarten Versicherungs­summe
  • Gegebenenfalls Ersatz versicherter Steuer- oder Indemnity-Schäden

Was ist zu beachten?

W&I ist kein Standard-Marktprodukt, sondern juristisch verhandelte Transaktionsversicherung. Ohne sauberes SPA-Wording, strukturierte Due Diligence, Disclosure und professionelles Broker-Setup wird aus der Police schnell Scheinlösung statt Risikotransfer.

Besonders relevant sind Risiko­beschreibung, versicherte Tätigkeiten, Sublimite, Serienschadenklauseln, Eigenschaden- und Rückrufausschlüsse, vertragliche Haftungserweiterungen sowie die Frage, welche Mitversicherten tatsächlich eingeschlossen sind.

Aus der Praxis

Schaden­bei­spiele aus dem Alltag

Bilanzgarantie verletzt

Nach Closing stellt sich heraus, dass bestimmte Bilanzpositionen unzutreffend waren. Der Käufer nimmt den Verkäufer aus der Bilanzgarantie in Anspruch. Die W&I Verkäuferpolice kann – im Rahmen der Police – den Verkäufer von dieser Haftung freistellen.

Steuerfreistellung greift

Nach dem Verkauf wird für einen Vorjahreszeitraum eine Steuernachforderung festgesetzt, die unter eine versicherte Freistellung fällt. Ob die Police zahlt, hängt exakt von SPA, Disclosure und Policenwortlaut ab.

Tipps für den Versicherungs­schutz

1

W&I immer gemeinsam mit M&A-Rechtsberatern und Spezialbrokern strukturieren.

2

Prüfen Sie Deckungsumfang, Retention, Ausschlüsse, Synthetic Cover und Claims-Prozess im Detail.

3

Stellen Sie sicher, dass Disclosure und Due Diligence vollständig dokumentiert sind.

4

Verwechseln Sie Verkäufer- und Käuferpolice nicht – sie dienen unterschiedlichen Interessenlagen.

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